Die Menschen verhalten sich sehr vielseitig. Während die einen Liebe und Vergebung predigen, führen andere Krieg. Es wird zu Respekt, Kooperation und Rücksicht geraten, aber harter Wettkampf und Täuschung gelebt. Manche sagen, wir haben uns von der Natur entfernt und unser heutiges Verhalten ist ein Auswuchs des Kapitalismus. Andere sagen, Gott hat einen Plan, es muss so sein. Unbefriedigende Antworten auf die Frage, wie sich die Existenz dieser Gegensätze erklären lässt. Ich frage mich: „Was formt unser Denken, unsere Gefühle, unser Handeln, unsere Moral, unsere Gesellschaft? Was ist der kleinste, gemeinsame Nenner?“

Weitere Fragen:

Worum es im Leben geht?

Was motiviert Menschen?

Was vereint alle Menschen?

Antwort – kurz und knapp:

Egal ob bei den Pflanzen oder bei den Tieren, alles dreht sich um die Fortpflanzung. Das ist bei uns Menschen nicht anders. Für Fortpflanzung müssen wir Sex haben. Der „Sinn des Lebens“ ist letztlich Sex. Um sein Überleben und die Fortpflanzung zu sichern, muss der einzelne Mensch seinen Einfluss auf andere Menschen sicherstellen – dazu gibt es unendliche viele Strategien. Das kann man auch „Macht“ nennen. Also dreht sich das das Leben nur um zwei Dinge: Sex und Macht.

Der fiktive, amerikanische Präsident Frank Underwood sagt es so:

“[…] everything is about sex. Except sex. Sex is about power.”

Menschen wollen nur eins – Sex (ausführlich)

Jeder will die Gruppe ausnutzen

Wer gewinnen will, muss sich anpassen um langfristig zu überleben (siehe Gewinner schreiben Geschichte). Daher hat jedes Lebewesen den Drang zu überleben und sich fortzupflanzen. Dieses grundlegende Prinzip formte unser gesamtes Verhalten.

Der Mensch organisiert sich seit Millionen von Jahren in Gruppen. Sie bietet uns Sicherheit und Effizienz durch Arbeitsteilung. Weil der Mensch seine gesamte Lebenszeit im Kontext von Gruppen verbringt, ist sein Verhalten auf das Überleben in der Gruppe optimiert. Die Gruppe ist die Bühne, auf der sich das Drama unseres Lebens abspielt.

In jedem Menschen schlagen zwei Herzen. Die Egoistin, die sich um das eigene Wohlbefinden kümmert, und der Selbstlose, der sich um das Wohlergehen der Gruppe sorgt. Die Gruppe kann nur überleben, wenn Gruppenmitglieder genügend Egoismus mitbringen, um für ihr Überleben und Fortpflanzung zu kämpfen. Andererseits müssen Gruppenmitglieder ihre individuellen Interessen der Gruppe unterordnen, denn eine Zerstörung der Gruppe bedeutete den Untergang jedes Einzelnen. Die Gruppe braucht also ein Gleichgewicht aus Egoismus und Selbstlosigkeit.

Nachkommen kosten Ressourcen. Je mehr man zur Verfügung hat, desto wahrscheinlicher kann man seinen Nachwuchs durchbringen. Daher wird in jeder Gruppe ständig ein lustiges Spiel gespielt. Es heißt „schwarzer Peter“ oder „wer zahlt die Rechnung?“. Jedes Gruppenmitglied versucht andere Spieler an der Vereinnahmung von Ressourcen zu hindern und zum Teilen von Ressourcen zu ermutigen. Jeder Mensch ist gleichzeitig programmiert andere Menschen für selbstloses Verhalten zu belohnen und übermäßig egoistisches Verhalten zu bestrafen. Entsprechende gesellschaftliche Normen finden sich weltweit und spiegeln sich allgemeinen Sprachgebrauch. Egoismus wird offen verurteilt und gleichzeitig vom Einzelnen vertuscht, Selbstlosigkeit wird vorgetäuscht oder lautstark beworben. Wer am geschicktesten Ressourcen auf sich und seine Nachkommen kanalisieren kann, ohne bestraft zu werden, gewinnt.

Innerhalb der Gruppe bildet der Mensch Subgruppen, also direkte Zweierbeziehungen. Dazu gehören Freundschaften, sexuelle Beziehungen und Feindschaften. Heute ist in einem Großteil der menschlichen Gesellschaften die Kernfamilie – Eltern und direkter Nachwuchs – das Zentrum des Lebens und wird flankiert von Onkeln/Tanten, Großeltern, Schwiegereltern. Im weiteren Umfeld finden sich Freunde, Arbeitskollegen, sonstige Gruppen. Ein Großteil der Interaktionen bleibt dem gesamten Umfeld des Einzelnen verborgen, denn sie findet im privaten Umfeld der Zweierbeziehungen statt. Das „wer zahlt die Rechnung“ Spiel findet also öffentlich, in den vielen Gruppen, und innerhalb der „privaten“ Subgruppen statt.

Männer treten in Wettkampf um Status für Ressourcen

In den meisten menschlichen Gesellschaften treten Männer in Wettbewerb um eine formale, relativ stabile Hierarchie zu bilden. Hierarchien treten seit Milliarden von Jahren als Organisationsform im Tierreich auf. Ganz oben steht der sogenannte Alpha Mann, darunter folgen die Beta Männer. Eine Hierarchie ermöglicht reibungslose Kooperation. Entscheidungen rasch getroffen. Befehle werden rasch ausgeführt. Es gibt keinen Zeitverlust durch Abstimmungen. Der Alpha Mann profitiert davon mehr Ressourcen für sich abzweigen zu können. Die Beta Männer profitieren vom Schutz durch den Alpha Mann und können gleichzeitig an den gemeinsam gesicherten Ressourcen teilhaben. Je höher ein Mann in der Hierarchie steht, desto mehr Einfluss hat er auf Ressourcenverteilung.

Sozialpsychologen unterscheiden zwei unterschiedliche, aber komplementäre, Strategien mit denen Männer in der Hierarchie aufsteigen. Beide Strategien werden im Alltag kombiniert.

Dominanz und Aggression

Im Zweikampf wird der soziale Rang ausgefochten. Dieser Kampf wird zuerst mit Drohgebärden und Aufzeigen der eigenen Stärken (Angeben) ausgefochten. Bei Menschen insbesondere mit rhetorischem Können und wenn nötig auch mit realer Gewalt. Einmal etabliert, sind diese Ränge vorerst stabil. Der Mann mit der meisten „punishing power“ nimmt den höchsten Rang ein. Es gibt visuelle Signale, die Stärke vermitteln und automatisch zu einem höheren Rang führen. Ein Kampf kann nämlich schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, weshalb wir uns eher großen, muskulösen Männern unterwerfen. Der Mann wird für seine Stärke belohnt, solange er nicht zu aggressiv wird.

Prestige und Fähigkeiten

Wir sind von Natur aus Opportunisten: da wo der Tisch reich gedeckt ist, oder wir uns sicher fühlen, bleiben wir. Männer können durch öffentliches Einbringen und Teilen von Ressourcen (Wissen, Fähigkeiten, Nahrung, Baumaterial etc.) in der Gruppe aufsteigen. Diese Männer steigen im Wert für andere Gruppenmitglieder, weil es bei Ihnen etwas zu holen gibt. Schließlich ist es sinnvoll mit einem Gönner befreundet zu sein. Daher werden andere Männer den Großzügigen mit Unterwerfung und Loyalität belohnen.

In der Natur wird Stärke durch Verschwendung und Überfluss angezeigt. Wenn das Einbringen von Ressourcen mit Status belohnt wird, kann die Gruppe ohne Gewalt insgesamt ihren „Wohlstand“ mehren, während Individuen ihren Einfluss erhöhen können – win/win. Diese Strategie ist auch was die meisten Firmen mit ihren Kunden verfolgen und was die meisten Menschen in ihren Familien und Freundschaften unternehmen. Wert schöpfen um aufzusteigen. Daher ist in einer friedlichen Umgebung die Prestige Strategie für die Gruppe von besonderer Bedeutung.

Männer versuchen also ihren Status innerhalb der Gruppe zu erhöhen, damit sie Zugriff auf mehr Ressourcen haben.

Frauen wollen Risiko minimieren

Frauen tragen in der Fortpflanzung das ganze Risiko, weil Sie für den Nachwuchs viele Ressourcen beisteuern, das Kind in sich tragen und bei der Geburt verletzt werden oder sterben können. Danach müssen sie den Nachwuchs stillen bzw. füttern. Jede Einschränkung der körperlichen Fitness ist für die Frau ein Risiko. Daher sind Frauen darauf programmiert die Risiken in Verbindung mit der Fortpflanzung zu senken.

Für Frauen ist der eigene Körper das einzige Vehikel zur Fortpflanzung. Männer dagegen könnten selbst ohne Beine und Arme weiter Kinder zeugen, so lange sie Zugang zu Frauen haben. Es lohnt sich für Männer Risiken einzugehen, also Verletzungen in Kauf zu nehmen, um im Status zu steigen. Frauen müssen eigenen Nachwuchs auch immer selber zu Welt bringen. Daher tendieren sie zu mehr Selbstschutz und gehen häufiger zum Arzt. Sie müssen ihren Körper vehement schützen.

Kein Nachwuchs ohne Nahrung. Frauen benötigen während der Schwangerschaft und der Stillzeit mehr Nahrung um den Nachwuchs zu versorgen. Platt gesagt: Sie müssen mehr essen. Leider sind viele Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit eingeschränkt beweglich oder leistungsfähig. Somit sind sie verletzlicher gegenüber Angriffen und anfälliger für Nahrungsmangel. Je mehr Hilfe eine Frau während dieser Zeit hat, desto geringer ist ihr Risiko in dieser sensiblen Zeit das Kind zu verlieren oder selber Verletzungen zu erleiden. Für Frauen hat die Sicherstellung von genügend Ressourcen oberste Priorität.

Eine Frau sichert sich Ressourcen über verschiedene Wege:

  • Eigenständiges Sammeln von Ressourcen
  • Erkämpfen von Ressourcen im Wettkampf mit anderen Frauen und Männern – „Wer kriegt mehr von der Beute?“
  • „Sex for safety“ Deal: Ein Mann bekommt exklusiven Sex gegen Ressourcen und Hilfe bei der Aufzucht des Nachwuchses.

Wettbewerb ist das Fundament der Evolution, wovon Frauen nicht ausgenommen sind. Andererseits benötigen Frauen ihre Geschlechtsgenossinnen als Verbündete, um sich als Gruppe gegen unliebsame Männer zu wehren, Ressourcen zu sammeln, sich gegenseitig während Schwangerschaft, Geburt, Stillzeit und Aufzucht des Nachwuchses zu unterstützen. (Auch bei anderen Primaten wurden „Hebammen“ beschrieben). Daher bilden auch Frauen Hierarchien aus, die allerdings flacher und labiler sind.

In Frauengruppen gibt es auch stets eine Anführerin, die Alpha Frau. Die Forschung zeigt, dass Alpha Männer und Frauen einige Charakteristika teilen, z.B. Dominanz, Frauen aber trotzdem einen subtilen Führungsstil pflegen. In Frauengruppen herrscht das Prinzip der Gleichheit und der Vermeidung offener Konflikte. Wer versucht, sich auf Kosten der anderen hervorzutun, wird sofort bestraft. Diese Strafen bestehen vor allem aus Angriffen auf die Reputation (z.B. „Slut shaming) und Ausgrenzung. Gleichzeitig nutzen Frauen vor allem Fürsorge, emotionale Anteilnahme und Hilfe als positives Machtinstrument, um sich für ihre Freundinnen nützlich zu machen. Auch bei Frauen kommt körperliche Gewalt vor, wenn bei einem Sieg die Beute übermäßig reich ist. Diese Kämpfe sind selten, dann aber auch erbitterter als in der Männerwelt. In der weiblichen Hierarchie geht es nicht so sehr um Ergebnisse, sondern viel mehr um Partizipation und Kooperation. Wer ist dabei? Wer nicht? Also auch Frauen kämpfen um Dominanz über ihre Genossinnen, nur mit anderen Mitteln.

Die besten Gene gewinnen

Jedes Lebewesen ist bestrebt für den eigenen Nachwuchs die besten verfügbaren Gene zu sammeln. Frauen versuchen instinktiv den Mann mit dem höchsten Status zu bekommen, der für sie verfügbar ist, denn er kann sie mit seinen Ressourcen und Allianzen versorgen und beschützen. Das erhöht ihre Überlebenschancen, und die ihres Nachwuchses. Darüber hinaus ist Ressourcenreichtum gleichzeitig ein Indikator für gute Gene. Nur ein körperlich und/oder geistig fitter Mann kann in der Gruppe eine hohe Stellung einnehmen. Ein Hochstatus Mann ist ein guter Genspender. Männer balzen daher über verfügbare Ressourcen (Angeben).

Welche Partnerinnen sind für Männer attraktiv? Wie oben beschrieben, ist der Körper der Frau für den Fortpflanzungserfolg ausschlaggebend. Daher wählen Männer vor allem Frauen, die gesund und fit erscheinen: reine, gute Haut, lange glänzende Haare, nicht zu dünn oder zu dick. Darüber hinaus sollten die Frauen körperlich für eine reibungslose Geburt und Aufzucht des Nachwuchses gemacht sein. Eine „Hip to Waist ratio“ von 7:10 und eine volle, große Brust weisen darauf hin (im Durchschnitt). Frauen sind daher bemüht diese Qualitäten herauszustellen. Frauen balzen vor allem über Äußerlichkeiten.

Arms race der Geschlechter oder „play the hand you’re dealt“

Männer und Frauen haben unterschiedliche Rahmenbedingungen, um ihren Fortpflanzungserfolg zu maximieren. Zudem ist es aus evolutionsbiologischer Sicht egal, wie es dem Partner geht, so lange er noch in der Lage ist irgendwie den Fortpflanzungserfolg zu erhöhen. Es macht für jedes Geschlecht ökonomisch Sinn den Partner maximal „auszubeuten“. Daher ergeben sich unterschiedliche, teilweise widerstreitende, Strategien, wie Mann oder Frau mehr Kinder für weniger eigene Ressourcen bekommt. Es findet ein Wettkampf der Geschlechter statt.

Männer – viel hilft viel

Durch das niedrige Investment eines Mannes in die Schwangerschaft, macht es für ihn Sinn, möglichst viele Frauen zu schwängern, so lange er dadurch nicht seinen Stand in der Gruppe oder eine wichtige, feste Beziehung gefährdet. Männer können die Anzahl an lebensfähigen Nachkommen durch verschiedene Strategien erhöhen:

  1. Mehrere Ehefrauen und viele Kinder – Nur mit vielen Ressourcen möglich und in vielen Gesellschaften illegal.
  2. Eine Kernfamilie pflegen, und in Seitensprüngen Kuckuckskinder zeugen
  3. Eine Kernfamilie pflegen
  4. Viele Kinder mit vielen Frauen zeugen ohne als Vater aktiv zu werden – kein Einfluss auf Überlebenschance und Erziehung

Während Männer meist versuchen neben ihrer Hauptfrau andere Frauen zu haben, möchten sie gleichzeitig die Promiskuität ihrer eigenen Frau unterdrücken und sexuelle Exklusivität einfordern. Ich darf fremdgehen, nur bitte die anderen nicht.

Frauen – Sex als Währung

Da Frauen durch freizügigen Sex, vor der Verfügbarkeit der Pille, ein großes Risiko eingegangen sind, tendieren Frauen eher zu einem Mix aus kurz- und langfristigen Strategien. Das Hauptziel ist genügend Ressourcen und Hilfe für die Aufzucht des Nachwuchses zu haben. Im Grunde kontrollieren Frauen einfach den Zugang zu Sex und damit seinen Wert für die Männer. Sie sind die Gatekeeper der Fortpflanzung.

Das Dilemma der Frauen ist vielseitig:

  1. Ein hochrangiger Mann bietet gute Gene und viele Ressourcen. Aber auch andere Frauen buhlen um Ihn. Es ist schwieriger ihn zu binden. Lässt Frau sich auf eine Schwangerschaft mit ihm ein, könnte er sie verlassen und sie steht alleine dar. Oder sie muss ihn sich teilen.
  2. Ein niederrangiger Mann bietet schlechteres Genmaterial, ist dafür aber potentiell gewillt in die Aufzucht des Nachwuchses zu investieren, weil er weniger Chancen auf Sex mit anderen Frauen hat. Er schätzt die Chance auf exklusiven Sex. Vielleicht arbeitet er sich doch noch hoch und kann zukünftig mehr Ressourcen bieten. (Dann allerdings tritt Problem 1 wieder auf)
  3. Die „Gesetze“ der Frauengruppe erschweren das Buhlen um Männer, da ein Hervorstechen ohne den Konsens der anderen Frauen schwere Konsequenzen haben kann – Statusverlust oder Ausschluss.

Wie lösen Frauen diese Situation? Sie differenzieren zwischen kurzfristigen Beziehungen (Sex) und langfristigen Beziehungen (Potential für Ressourcen).

  1. Sie bildet eine Kernfamilie mit einem Mann und versuchen seine Sexualität zu kontrollieren bzw. zu hemmen. Er soll ein Versorger werden und alle Ressourcen auf ihren Nachwuchs kanalisieren.
  2. Ein Gruppenzwang, der alle Frauen für sexuell freizügiges Verhalten bestraft (Slut shaming), erhält den Wert, den Männer Sex beimessen. Somit bleibt der „sex for safety“ Deal für Männer attraktiv. Nur so lange Sex für Männer schwer zugänglich ist, können Frauen ihn für Ressourcen eintauschen. Das ist vor allem gut für die hochrangigen Frauen bzw. Frauen in einer festen Beziehung. Prostituierte und „leichte Mädchen“ haben diese Dynamik schon immer unterwandert, müssen aber mit den entsprechenden sozialen Sanktionen leben. Frauen inhibieren die Sexualität anderer Frauen, um den Preis für Sex hoch zu halten und Nebenbuhlerinnen auszuschalten.
  3. In Seitensprüngen zeugt Sie mit hochrangigen Männern Kuckuckskinder. Diese Manöver sind risikoreich aus mehreren Gründen. Kommt der Seitensprung ans Licht, muss Sie einen Racheakt seitens des Ehemannes fürchten, der im schlimmsten Fall zum Tode führt (30% der Morde an amerikanischen Frauen werden von eifersüchtigen Männern getätigt). Zum anderen könnte sie in ihren Gruppen als „Schlampe“ ihren guten Ruf und damit ihren sozialen Einfluss verlieren. Der neue Mann könnte dann Abstand nehmen, um seinen Ruf zu wahren, und sie ist eine alleinerziehende Frau. Sexuelle Freizügigkeit mit Schwangerschaftsrisiko ist für Frauen gefährlich.

Die Manöver der Geschlechter führen zu einem kontinuierlichen Wettrüsten bzw. manövrieren. Im Mittel stellt sich ein Gleichgewicht ein, dass aber temporär eine Überlegenheit eines Geschlechtes ergibt. Das grundlegende Muster: Frauen wehren sich, Männer persistieren.

  1. Männer persistieren erfolgreicher als Frauen sich wehren – auch schwächere Männer paaren sich– die Männer Population wird „verwässert“, also schwächer, und Frauen können sich effektiver wehren.
  2. Frauen wehren sich erfolgreicher als Männer persistieren – Nur die stärksten Männer paaren sich – die Männerpopulation wird „stärker“ und mehr Männer persistieren.
  3. Repeat…

Welche Manöver finden regelmäßig statt?

  • Männer versuchen Frauen zu sexuellen Abenteuern zu verführen, z.B. mit Geschenken, Vorspielen von Gefühlen, Aussicht auf Ehe.
  • Frauen unterziehen den Mann einer langen „Überprüfungsphase“.
  • Frauen werden gezielt schwanger um den Mann zu binden.
  • Vergewaltigung von Frauen durch Männer
  • Vorwurf der Vergewaltigung durch Frauen
  • Über die Ressourcen des anderen den eigenen Status erhöhen, um dann bessere Partner zu erlangen.
  • Männer enthalten Ressourcen, um Frauen am sozialen Aufstieg und damit Zugang zu besseren Partnern zu verwehren.
  • Männer sanktionieren Seitsprünge durch Gewalt (oder Mord).
  • Frauen hemmen die männliche Sexualität durch „Ködern und blocken“ – (Sex anbieten, dann kurz vorher blocken, anbieten, blocken etc.)
  • Soziale Ächtung von sexuellen Verhaltensweisen (Promiskuität, Sexuelle Gewalt…)
  • Menschen in mächtigen Positionen beeinflussen Gesetze und gesellschaftliche Normen um sich und ihren Nachwuchs zu stärken.

Das sexuelle Arms race wird durch unzählige Faktoren beeinflusst und die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft sind vielseitig. Welche Manöver für Männer und Frauen „gewinnbringend“ sind und welche Reaktionen sie nach sich ziehen, hängt von vielen Umgebungsvariablen ab. Z.B.:

  • Gibt es viele Ressourcen frei verfügbar (reduziert den Wert des Mannes)
  • Gibt es viele Feinde/Aggressoren/instabile Umgebung (erhöht den Wert des Mannes)
  • Ist die Schwangerschaft und Stillzeit kurz (reduziert den Wert des Mannes).
  • Gibt es viele Frauen (reduziert den Wert von Sex).
  • Wird freizügiger Sex toleriert oder sogar angepriesen (senkt die Marktmacht der Frau – macht Sex für mehr Männer zugänglich)
  • Haben Frauen Zugriff auf Hilfe und Ressourcen, ohne Männer zu binden (reduziert den Wert des Mannes als Ressourcengeber)
  • Können Frauen ihre Empfängnis steuern (erhöht ihre Kontrolle, führt aber zu mehr Verfügbarkeit von Sex)
  • Können Männer ihre körperliche Kraft ausspielen (erhöht ihre Persistenz, senkt den Wert von Sex)
  • Wird freizügiger Sex unterdrückt (erhöht die Marktmacht der hochstatus Frauen und Männer – schlecht für niederrangige Männer und Frauen)
  • Etc.

Abhängig von der Zusammensetzung dieser, und unendlich vieler anderer Faktoren, ergibt sich eine für jede lokale und nationale Gruppe spezifische machtsexuelle Gruppendynamik. Zum Beispiel: In einem Konzern gelten andere Regeln als in einer Motorradgang. Aber die zugrundeliegenden Mechanismen, wie diese Regeln entstehen, basieren auf dem Streben nach Status und Sex. Ich gehe sogar noch weiter: allen gesellschaftlichen Normen und Gesetzen liegt das Streben nach Macht und Sex zu Grunde.

Im Text benutze ich oft Ausdrücke, die eine bewusste Intention der Menschen ausdrücken. Das dient dem einfachen Verständnis. Natürlich werden die oben beschriebenen Dynamiken durch Gefühle wie Liebe, Eifersucht, Wut, Aggression, Lust, Neugier, Angst, Neid etc. und den Verstand getrieben. Letzterer modifiziert das vom Gefühl veranlasste Verhalten, weil er die Berücksichtigung von Normen und Regeln in die Handlungen einfließen lässt. Dazu kommen die individuellen genetischen und psychologischen Charakteristiken jedes Individuums. Aber unabhängig davon, ob wir es wollen, oder ob wir uns dessen bewusst sind, unser Verhalten wird durch das Streben nach Macht und Sex gesteuert.

Ist es so rigide und strikt, wie oben beschrieben? Natürlich nicht. Beiden Geschlechtern stehen alle Taktiken zur Verfügung. Heutzutage erleben wir, mehr denn je, eine größere Fluidität der Geschlechterrollen und damit eine Ausweitung des Repertoires an verfügbaren „powermoves“. Männer nutzen natürlich die Schädigung der Reputation des anderen, und Frauen nutzen offene Dominanz. Auch sehen wir heute viel häufiger Frauen als Alphatiere in Gruppen – das beste Beispiel ist Angela Merkel. So wie die Evolution niemals anhält, so wird das arms race bis zur Ausrottung der Menschheit fortgesetzt. Alles ist im Fluss.

Egal ob bei den Pflanzen oder bei den Tieren, alles dreht sich um die Fortpflanzung. Das ist bei uns Menschen nicht anders. Männer konkurrieren mit Männern, Frauen mit Frauen und die Geschlechter versuchen die Kosten für den Nachwuchs dem anderen in die Schuhe zu schieben. Männer erhöhen ihren Fortpflanzungserfolg über die Anzahl an Kindern oder über die Fürsorge derer. Frauen schaffen das vor allem über die Bewahrung ihres Körpers und die intensive Aufzucht des Nachwuchses. In beiden Fällen hängt der Erfolg maßgeblich davon ab, wie stark Mann oder Frau die Gruppe steuern kann. Dafür gibt es unendliche Strategien. Manche offensichtlich und gewaltsam, andere subtil und versteckt. Am Ende aber gewinnt, wer am effektivsten die Ressourcenflüße kontrolliert. Es dreht sich im menschlichen Leben also alles um Macht. Wofür? Sex.

Für jeden Geschäftsmann und Frau, folgt nun die wichtige Frage: wie wende ich das Wissen über die männliche und weibliche Hierarchie im Umgang mit Kunden und Mitarbeitern an? Gerne bin ich Ihnen mit mehr Informationen behilflich.

Dr. Christian Stumpp

Literatur

  • Benson JF – The development of human female competition: allies and adversaries; RSTB; 368:20130079; 2013
  • Berne E – The games people play; Penguin Life; 1964
  • De Waal F – our inner ape; Penguin Group; 2005
  • Joey T Cheng – The psychology of social status; Springer; 2014
  • Jonas, Stroebe, Hewstone – Sozialpsychologie; Springer; 2014
  • Sternerg R&K – The new psychology of love; Cambridge university press; 2nd edition 2019
  • Stockley – Female competition and aggression; RSTB; 368:20130073; 2013

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